Am vergangen Wochenende, den 15. und 16. Juni 2013, war es nun soweit: Die diesjährigen Deutschen Meisterschaften der Jugend & Junioren wurden in der Richard-Hartmann-Halle in Chemnitz ausgetragen.
Bei schönstem Wetter reisten über 300 Karateka im Alter von 14 und 15 (Jugend) bzw. 16 und 17 Jahren (Junioren) in die Stadt der Moderne. Noch vor knapp zwei Wochen kam die Sorge auf, die Meisterschaft müsse ausfallen. Grund dafür war das u.a. in Chemnitz herrschende Hochwasser. Doch obwohl die Halle nur etwa 50 Meter vom Fluss entfernt liegt, wurde sie von den Wassermassen verschont und überstand alles unbeschadet.
Bereits vor um sieben waren die ersten Helfer und natürlich die Organisatoren Thomas Hagemann (Karate-Dantai Marienberg) und Gerrit Kretzschmar (Goju-Kai Kemtau) vor Ort, um die letzten kleinen Vorbereitungen zu treffen.
Punkt neun Uhr war es soweit: die Deutsche Meisterschaft der Jugend & Junioren konnte eröffnet werden. Zu Beginn führte Bundes- und Weltkampfrichterreferent Roland Lowinger die traditionelle Begrüßung durch.
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Junioren, deren Wettkämpfe komplett an diesem Tag ausgetragen wurden.
Schon bei den ersten Begegnungen der Disziplin Kata (Scheinkampf) war ersichtlich, welch hohes Niveau bei den Deutschen Meisterschaften herrscht. Die Kampfrichter hatten viele knappe und schwere Entscheidungen zu treffen. Nur hin und wieder war ein kleiner Patzer zu sehen. Und das reichte meist aus, um dem Gegner zu unterliegen. Beim wichtigsten deutschen Turnier im Jahr hat niemand etwas zu verschenken. Jeder will zeigen, was er oder sie kann. Und das ist bei allen eine Menge. Selbiges war bei den vielen Kumite-Kämpfen zu beobachten.
Gegen Mittag waren gut ein Drittel der Pools ausgekämpft. Zeit für eine kurze Pause: für Teilnehmer, Betreuer und auch Kampfrichter. Für alle Beteiligten ist solch ein Tag stets anstrengend, bereitet aber auch viel Spaß. Einerseits aufgrund des guten Wetters, aber auch wegen der perfekten Organisation waren dennoch alle recht entspannt und konnten die Wettkämpfe auch genießen.
Die restlichen Kämpfe wurden nun im Laufe des Nachmittages ebenfalls entschieden. Doch etwas fehlte noch: die deutschen Meister bzw. Meisterinnen. Die Finals aller Kategorien wurden nämlich erst zum Abend hin ausgefochten.
Kurz vor sieben kam bereits WM-Stimmung auf. Nachdem der Hibiki-Daiko e.V. mit seinen Taiko-Trommeln das Publikum mit mehreren Liedern begeisterte, stimmte Walter Sosniok Publikum als auch alle anderen Anwesenden auf spannende Kämpfe ein und gab zudem Hinweise auf die bevorstehende Weltmeisterschaft im November 2014 in Bremen.
Geführt von zwei Samurais und von der von Kindern getragenen Flagge Deutschlands liefen die Besten der Besten ihrer Kategorie unter tosendem Applaus in die Halle ein. Nach Erklingen der Nationalhymne rief Walter die ersten beiden Begegnungen zur Vorbereitung aus.
Die Finals wurden anstatt auf sechs Tatamis nur noch auf den beiden Hauptkampfflächen ausgekämpft.
Bevor die lang erwarteten Begegnungen stattfanden, sagte Wolfgang Weigert, Präsident des Deutschen Karate Verbandes (DKV), noch einige Worte und dankte allen Beteiligten, vor allem den beiden Organisatoren Thomas Hagemann und Gerrit Kretzschmar.
Gleich geht es los! Die Halle wird abgedunkelt, die beiden Tatamis mit Scheinwerfern angeleuchtet. Walter Sosniok rief nun die beiden Finalkämpfe der Mädchen und Jungen der Disziplin Kata aus. Während diese von den Samurais zu ihren Kampfflächen begleitet wurden, erfuhren die Zuschauer die Trainer der Finalisten sowie ihre bisherigen Erfolge.
Alle Finalisten, in Kata als auch Kumite, zeigten ihr Bestes und ließen die Zuschauer oft staunen. So zum Beispiel bei den perfekten Katas oder den spektakulären Bunkais der Kata-Mannschaften. Auch im Kumite ging es heiß her: es waren nur spannende Kämpfe zu sehen. Teilweise mit nur einem Punkt Vorsprung ging manche Begegnung zu Ende.
Nachdem nun sämtliche Finals entschieden waren, konnte die Siegerehrung durchgeführt werden. Bei durchgehendem Blitzlichtgewitter strahlten die Sieger und Zweit- bzw. Drittplatzierten.
Es war ein fantastischer Auftakt zu den Deutschen Meisterschaften in Chemnitz. Alles ging ohne Probleme von statten. Nur ein kleiner Wehrmutstropfen ist anzumerken: Leider errangen die Sportler des Sächsischen Karatebundes keinen der begehrten Podienplätze.
Dennoch brauchte sich der SKB nicht zu verstecken: Steven Barth vom Karate-Do Hoyerswerda erreichte einen sehr guten 5. Platz im Kumite der Jungen +76 Kilogramm. Ebenfalls fünfte Plätze errangen Franz-Martin Kolb (Sei-Wa-Kai Meißen) im Kumite -61 kg und Vanessa Stahlberg (Bushido Stollberg) im Kumite der Mädchen -48 kg.
An Tag zwei (Sonntag) war die Jugend an der Reihe. Schon vor neun Uhr wurden die ersten der vielen Begegnungen ausgetragen. Genau wie bei den Junioren am Vortag, waren bei der Jugendmeisterschaft oftmals ausgezeichnete Katas zu bestaunen. Auch im Kumite waren die Kampfrichter wieder gefragt: solch viele gute und auch sehr schnelle Techniken müssen erst einmal im Blick behalten und nun auch ggf. gewertet werden.
Da es bei der Jugend nicht ganz so viele Kategorien und Pools gab wie am Samstag, waren sämtliche Vorentscheidungen schon am frühen Nachmittag entschieden. Mit den heiß erwarteten Finals konnte schon 14.30 Uhr begonnen werden. Auch bei ihnen stimmte Walter Sosniok das Publikum auf die bevorstehenden Kämpfe ein und die Karateka marschierten in die Halle.
Nach diesen ebenfalls sehr spannenden Begegnungen wurde die Siegerehrung der Jugendmeisterschaft durchgeführt. Viele nutzten noch die Gelegenheit, sich mitsamt ihrer Pokale oder Medaillen neben den Samurais ablichten zu lassen.
Auch bei der Jugend konnten die sächsischen Sportler vordere Ränge belegen: so z.B. Florian Günther aus Meißen (Sei-Wa-Kai) einen siebten Platz im Kumite der Jungen -45 Kilogramm und Darius Norsei (Goju-Kai Karate Chemnitz) denselben Rang im Kumite -70 kg. Selina Stamer, deutsche Vizemeisterin der Schüler 2012, errang einen guten fünften Platz im Kumite der Mädchen +54 kg
Eine hervorragende Deutsche Meisterschaft der Jugend & Junioren ging auf ihr Ende zu. Die teils weit angereisten Athleten und deren Begleiter und auch die Kampfrichter reisten allmählich ab und die Helfer bauten die Kampfflächen ab.
Der sächsische Karatebund bedankt sich bei den Organisatoren Thomas Hagemann & Gerrit Kretzschmar sowie bei allen Helfern, Sponsoren, Athlenen, Betreuern und Zuschauern als auch bei den Kampfrichtern, den Ärzten und der Wettkampfleitung. Ohne all diese Beteiligten wäre diese Meisterschaft nicht möglich gewesen.
Fotoalbum zum Samstag (Junioren): HIER klicken
Fotoalbum zum Sonntag (Jugend): HIER klicken
Bericht & Fotos: Ron Beer, Pressereferent SKB
Fotos im Album: Ron Beer & Romy Scharrer, SOK-Stilrichtungsreferentin SKB



