Der vergangene Samstag (20.04.13) stand ganz im Zeichen des Stiloffenen Karate (SOK). Der Landesprüferreferent des SOK, Ingolf Bartsch, lud zum Prüferlehrgang nach Marienberg ein.
Zunächst erläuterte er die Prüfungsordnung des Stiloffenen Karate und gab viele Hinweise, worauf bei der Organisation und Durchführung von Prüfungen zu achten sei.
Zwischen den anwesenden Prüfern fand anschließend ein interessanter und lehrreicher Austausch ihrer Erfahrungen statt. So erfuhr man beispielsweise wie oft, unter welchen Schwerpunkten und in welchem organisatorischen Rahmen Kyu-Prüfungen in den Vereinen durchgeführt werden. Besonders die Vor- und Nachteile einheitlicher Leistungsstandards, als auch die Diskrepanz zwischen Trainer-Prüfern und Fremdprüfern wurden diskutiert.
Die altersunabhängige Leistungs-Standardisierung von Kyuprüfungen führt dazu, dass Karate als Sportart exklusiv bestimmten Alter- und Leistungsklassen vorbehalten bleibt. Das Stiloffenen Karate soll aber das Karatetraning als lebenslange Lebensweise für Jeden und jedes Alter ermöglichen und anbieten. Daher beruht das SOK-Prüfungsprogramm auch nicht auschließlich auf vergleichbaren Standards, sondern auf einem Pflichtteil (Kata und Kihon) und einem Wahlteil (Katabunkai, Kumite oder Selbstverteidigung). Während der Pflichtteil durchaus “Vergleichbarkeit” zulässt, können die Trainer und Schüler im Wahlteil sehr individuell arbeiten. Während in der Unterstufe allein der Trainer den Wahlbereich festlegt, kann der Schüler in der Mittelstufe bereits mitgestalten und legt ihn in der Oberstufe sogar selbst fest.
Die besondere Herausforderung besteht sowohl für die Schüler, die lernen müssen sich mit Karate und seinen Inhalten auseinander zusetzen, als auch für die Prüfer, die sich eben nicht nur an “Standards” festhalten können. Sie müssen auch mit dem inneren Auge auf Ihre Prüflingen schauen. Einem Fremdprüfer wird dies schwer fallen, da ihm die ganzheitliche Beurteilung der Leistungsentwicklung fehlt. Der eigene Trainer als Prüfer neigt vielleicht mitunter dazu “betriebsblind” zu werden. Ist beispielsweise der Trainer eines Kindes bei der Prüfung zufrieden und würde ihn bestehen lassen, könne es sein, dass ein vereinsfremder Prüfer diesen hätte durchfallen lassen. Daraus ergab sich für die Prüfer vorallem eine Erkenntnis. Sich des öfteren selbst zu überprüfen und zwar am besten beim gemeinsamen Erfahrungsaustausch.
Zum Abschluss des Prüferlehrgangs gab es dann noch eine kurze Trainingseinheit.
Im Anschluss an den Prüferlehrgang eröffnete Romy Scharrer, SOK-Stilrichtungsreferentin im SKB, die mittlerweile dritte Stilrichtungsversammlung des Stiloffenen Karate und begrüßte die Vertreter der eingeladenen Vereine.
Eines der großen Themas war natürlich der Haushalt des aktuellen Jahres. Nach gemeinsamer Entscheidung, welche der für 2013 geplanten Maßnahmen gefördert werden sollen, wurde dies einstimmig beschlossen.
Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt waren Überlegungen, wie man das Stiloffene Karate in Sachsen weiter fördern und voranbringen könne.
Die nächste Veranstaltung des Stiloffenen Karate findet Ende Mai in Thalheim statt: Dirk Schüller läd zum Kobudo-Lehrgang mit Heinrich Büttner ein.
Im kommenden Jahr soll die Stilrichtungsversammlung im Rahmen eines stiloffenen Lehrgangs (z.B. Kobudo, Kyusho etc.) stattfinden.
Bericht: Ron Beer, Pressereferent SKB (und Fotos) & Romy Scharrer, SOK-Stilrichtungsreferentin



