Ende Mai trafen sich beim Verein „TuS Ebersdorf“ mehrere Sportler aus verschiedenen Kampfkünsten um das Kenjutsu etwas näher kennenzulernen. Dafür lud der Karateverein „TuS Ebersdorf“ aus Chemnitz die Kenjutsu-Trainer, Maik Mielich (2.Dan Kenjutsu) und Dirk Eisenschmidt (1. Dan Kenjutsu), zu einem „Kennenlern-Lehrgang“ ein. Der Hintergrund des Lehrganges bestand in dem Erkennen der Zusammenhänge zwischen dem Wado Ryu Karate
und dem Schwertkampf, besonders in den Verteidigungsformen wo die Dreh- und Ausweichbewegungen (Tai Sabaki) primär sind.
Hironori Ohtsuka (Stilgründer des Wado) nutzte diese Ausweichbewegungen unter anderem
in den Partnerübungen wie dem Kihon-Kumite, Oyo-Kumite, Ippon-Kumite, Nihon-Kumite, Goshin-Ho, Tantodori und Idori. Dazu entwickelte und trainierte Ohtsuka das Tachi-Dori. Hierbei lag der Schwerpunkt auf der Linienarbeit, der Veränderung von Timing und Distanz durch einen Angriff mit einem Schwert, die unbewaffnete Abwehr gegen ein Schwert, sowie der traditionelle Umgang mit dem Tachi. Viele dieser Bewegungsmuster findet man auch im Kenjutsu wieder.
Nach einer kurzen geschichtlichen Einleitung der historischen Kampfkunst begann Maik mit dem Grundlagentraining des Kenjutsu. Hierbei legte er großen Wert auf die Schrittformen wie Okkuri, Ayumi, Soroe, Tsugi, Fumikomi und Hiraki. Es folgten die Angriffsformen wie Men, Yoko Men, Do, Ashi und Kiri Age. Der weitere Trainingsinhalt bestand in den Verteidigungsformen Ryubi Men Uchi. Im Anschluss wurden diese Grundlagen dann mit dem jeweiligen Trainingspartner trainiert. Maik und Dirk beobachteten und korrigierten hierbei sehr akribisch die Körper- und Schwerthaltung der Lehrgangsteilnehmer. Die geradlinigen Vorwärtsbewegungen im Kenjutsu werden ohne Hüfteinsatz ausgeführt. Dies war für die anwesenden Karatekas eine ungewohnte und schwierige Bewegungsumstellung.
Zum Schluss des Lehrganges lernten wir noch die erste Angriffs-Kata „Happo Ido“, auch als Stern-Kata bezeichnet und übersetzt bedeutet die Kata „Bewegung in alle acht Richtungen“. Mit dieser Kata können alle Angriffsformen gezielt trainiert werden. Zum Schluss erklärten die Trainer noch etwas tiefgründiger die Entstehung des Kenjutsu’s, gingen auf die wichtigsten Meister (Samurai) in den Epochen ein.
Am Ende des 4-stündigen Lehrganges waren sich alle Teilnehmer einig, dieser Lehrgang muss unbedingt wiederholt und fortgeführt werden.
Vielen Dank nochmals an Maik und Dirk für diesen wundervollen Blick über den berühmten Tellerrand.





