Am 1. Juni 2025 fand im Dojo des Tenno-Karate-Do Chemnitz e.V. unter Teilnahme von 25 Interessierten verschiedener Sächsischer Karatevereine und Graduierungen (9. Kyu bis 7. Dan) ein Kyusho-Jitsu-Lehrgang mit Thomas Hagemann statt.
Thomas Hagemann stellte gleich zu Beginn klar, dass er Kyusho nicht vordergründig als eigenständige Kampfkunst betrachtet, sondern als Ergänzung bestehender Kampfkünste, so eben auch des Karate. Hagemann betonte, Kyusho sei ein Verbesserungs-Tool oder eine Erweiterungs-App, um die Bewegungsabläufe und Inhalte des Karate besser zu verstehen und zielsicherer einzusetzen. Kyusho ist für ihn ein Mittel hin zu einem bewussteren Karate, auch im stilübergreifenden Sinne, denn alle Kampfkünste und Stile beschäftigen sich mit der Wirkungsweise des menschlichen Körpers.
Davon ausgehend bestand die erste Hälfte des Lehrgangs in Körperkunde und damit nicht nur der Erkenntnis, an welchen verborgenen Stellen des Körpers (Vitalpunkte) man intensiven Schmerz erzeugen kann, sondern auch, dass der menschliche Körper mit seinem auf elektrischer Leitung basierenden Nervensystem eben auch nur eine „Maschine“ ist, deren Bau- und Schaltplan man beherrschen und verstehen muss, wenn man im Karate etwas erreichen möchte.
Nach der Mittagspause stieg Thomas Hagemann stilübergreifend in verschiedene Bunkai und deren bewusste oder alternative Interpretation im Kyusho-Sinne ein, so unter anderem der Saifa, Seenchin und Sepai, aber auch der Heian Shodan oder der Kanku Dai. Der letzte Teil beschäftigte sich mit den verschiedenen Formen des K.o. und der immer mit dem Kyusho-Jitsu fest verknüpften Wiederbelebung (Kuatsu). Einen tatsächlichen K.o. gab es unter den Übenden glücklicherweise nicht.


Text: Benjamin Jahn Zschocke



